Nein zur Einführung der Individualbesteuerung
11.02.2026 LeserbriefeAus meiner Sicht ist die Einführung der Individualbesteuerung, über die am 8.3.2026 abgestimmt wird, klar abzulehnen.
Der Kanton Zug hat die Heiratsstrafe schon länger abgeschafft und wendet einen fairen Verheiratetentarif (nahe dem Vollsplitting) an.
Die Annahme der Initiative «Individualbesteuerung» würde bedeuten:
- 1,7 Mio zusätzliche Steuerveranlagungen durch zusätzliche 500 Steuerfachpersonen in den Kantonen.
- Im Kanton Zug 80’000 zusätzliche Steuerrechnungen durch 14 aufzustockende Personaleinheiten, was einen Personalmehraufwand von 2,0 bis 2,5 Mio. Franken bedingen würde.
- 21 Kantone sind gegen diesen Eingriff in den Föderalismus, und die Konferenz der Kantonsregierungen lehnt die Vorlage ebenfalls ab.
- Alle Kantone müssten wegen der Bundessteuer die Individualbesteuerung einführen.
- Bisher gemeinsam veranlagte Paare müssten bei Annahme der Initiative eine genaue Vermögensaufteilung vornehmen und zwei Steuererklärungen ausfüllen, was einen grossen Aufwand bedingt und unter Umständen erhebliches Konfliktpotenzial birgt.
- Die Individualbesteuerung führt nicht zu mehr Steuergerechtigkeit.
Aus den oben aufgeführten Gründen bitte ich Sie, die Initiative zur Einführung der Individualbesteuerung abzulehnen.
Vreni Wicky, Ehemalige Kantonsratspräsidentin
