Neue Kletterhalle eröffnet
13.03.2025 SportBaar ist um eine tliche Attraktion reicher. Seit Samstag ist die Boulderhalle im Lättich-Quartier eröffnet. Dabei hat der Ansturm der Kletterbegeisterten die Erwartungen weit übertroffen.
RAHEL HEGGLIN
Die ersten zwei Stunden waren am Vormittag den geladenen Gästen gewidmet. Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, Investoren, Partner sowie Freunde und Familie waren zum Eröffnungsfrühstück eingeladen. Bei der Begrüssungsrede von Paul Sennrich, Mitglied des Verwaltungsrats, wurde klar, wie eng es war, dass die Boulderhalle überhaupt entstanden ist: «Es war sehr schwer, geeignete Räume zu finden. Wir hatten bereits den Prozess eingeleitet, den Betrieb einzustellen. Per Zufall haben wir dann aber diese Halle gefunden.» Bei den Machern der neuen Boulderhalle BoulderBaar handelt es sich um das Team, welches im Freiruum Zug die Boulder-Area betrieb. Dieser Standort mussten per 26. Januar geschlossen werden, weil die Bauherrschaft Entwicklungspläne für den Freiruum hat, die keinen Platz mehr für die Boulderhalle bieten.
Enger Zeitplan
Nach intensiver Suche und mit einem Quäntchen Glück wurden gegen Ende Jahr 2024 die Räumlichkeiten an der Sihlbruggstrasse 3b gefunden. Innerhalb von nur zwei Monaten entstand aus den leeren Räumen eine Boulderhalle: «Wir wurden in Baar herzlich willkommen geheissen und konnten auf grosse Unterstützung zählen», so Sennrich. Vor allem vonseiten der Behörden sei dies der Fall gewesen: «Wir brauchten eine Umnutzungsbewilligung, welche wir glücklicherweise innerhalb weniger Wochen bekamen. Die Baubewilligung lag am 6. Januar vor.» Damit der Eröffnungstermin vom 8. März eingehalten werden konnte, hätten viele motivierte Handwerker Hand in Hand gearbeitet und nebst der Boulderfläche auch einen Trainingsbereich sowie einen separaten Kinderbereich erstellt.
und Spass
Auf 1’000 Quadratmetern finden Boulderbegeisterte nun knapp 200 Boulderprobleme, unterteilt in sechs verschiedene Schwierigkeitsgrade. «Diese beginnen mit dem Level bequem, steigern sich dann zu bockig und bissig und enden mit brachial», erklärt der Teilhaber Clemens Haerder. Damit die Herausforderungen Bestand haben, werden einige Routen wöchentlich umgeschraubt. Geklettert wird beim Bouldern ohne Seil und Gurt, dafür nur bis zu einer Höhe von viereinhalb Metern. Der Boden ist mit weichen Matten ausgelegt. Um sich aufzuwärmen oder neue Herausforderungen anzugehen, gibt es auf 150 Quadratmetern einen separaten Trainingsbereich.
Ein besonderes Highlight entstand für die kleinsten Besucher: ein Abenteuerspielplatz mit vielen Balanceund Kletterelementen auf über 200 Quadratmetern. Da sich dieser in der Boulderhalle in Baar befindet, wollte man ein zusätzliches Element schaffen, welches den Ort würdigt. Angelehnt an die Höllgrotten entstand im Kinderbereich ein spielerisches Höhlensystem, welches kriechend und mit Stirnlampe erkundet werden kann.
Damit sich die spielenden Kinder, die wartenden Eltern und auch die sportlichen Boulderer stärken können, gibt es zudem ein Bistro mit einem lokalen Angebot.
Erwartungen übertroffen
Diese Angebote gefallen auch der Gemeinderätin und Sportministerin Sonja Zeberg-Langenegger. «Man spürt die Freude und Energie, die in diesem Projekt stecken. Für Baar ist es ein tolles, zusätzliches sportliches Angebot, welches mit dem Bistro ergänzt wird.» Zudem seien die Räumlichkeiten ideal: «Hier konnten die Betreiber ihre Ideen umsetzen und eine Boulderhalle für alle Altersklassen schaffen.» Dass dies gelungen ist und ein Bedürfnis in der Bevölkerung besteht, zeigte der grosse Andrang am Eröffnungstag. Nach dem inoffiziellen Teil mit der geschlossenen Gesellschaft wurde die Halle für alle geöffnet. Ab 12 Uhr fanden stündlich kostenlose Schnupperkurse statt. Gegen Abend sorgte ein DJ für die richtige Stimmung. «Es war ein unglaublicher Tag. Wir haben mit 500 Personen für das ganze Wochenende gerechnet. Schlussendlich kamen 800 Personen allein am Samstag», freute sich Haerder.