Olympia-Sportler mit Baarer Wurzeln

  11.02.2026 Sport

Die Olympischen Winterspiele in Mailand/ Cortina haben am 6. Februar offiziell b egonnen. Von den insgesamt 32 Zentralschweizer Athleten haben drei ihre Wurzeln in Baar. Sie vertreten die Schweiz in unterschiedlichen Disziplinen.

RAHEL HEGGLIN

Mit Noé Roth steht in der Disziplin «Ski Freestyle» einer der grossen Favoriten am Start. Der zweifache und amtierende Weltmeister hat bereits Olympia-Erfahrung gesammelt. In Pyeongchang 2018 klassierte er sich auf Rang 16, vier Jahre später belegte er mit dem Mixed-Team in Peking den vierten Platz. Für ein Interview war Roth vor den Spielen nicht erreichbar.

Neben ihm nehmen mit Calvin Thürkauf und Timo Rohner zwei weitere Athleten an den Olympischen Winterspielen teil, die in Baar aufgewachsen sind oder dort bis heute eng verwurzelt sind.

Zweite Olympia-Teilnahme
Thürkauf steht zum zweiten Mal im olympischen Aufgebot der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Die Erinnerungen an seine letzte Teilnahme in Peking sind noch präsent, vor allem wegen der besonderen Umstände. «Es war eine sehr spezielle Erfahrung in China. Wir waren in einer Bubble eingeschlossen und wegen der Pandemie stark eingeschränkt in dem, was wir tun konnten. Auch wenn nicht alles schön war, konnte ich die Erfahrung geniessen und etwas Neues erleben», erzählt der 28-Jährige.

Umso grösser ist nun die Vorfreude auf die Spiele in Mailand/Cortina. «Vor allem weil es fast wie ein Heimwettkampf ist. Der Austragungsort der Eishockeyspiele ist etwa eine Stunde von mir zu Hause entfernt. Es wird eine super Zeit. Auch deshalb, weil viele Schweizer Fans an die Spiele kommen können, da alles sehr nahe an unserem Land ist», sagt Thürkauf.

Heimat bleibt Baar
Der Nationalspieler steht offiziell beim HC Lugano unter Vertrag, lebte jedoch bis zu seinem 19. Lebensjahr in Baar. Die Verbindung zu seiner Heimat ist bis heute stark. Besonders zwei Orte sind ihm in Erinnerung geblieben. «Das ist einerseits das Lättich und andererseits der Teich hinter dem Lättich», sagt er. Für Thürkauf ist Baar nach wie vor ein wichtiger Rückzugsort.

Die Freude über das erneute Olympia-Aufgebot ist gross, auch wenn der Weg dorthin kein Selbstläufer war. «Ich habe hart dafür gearbeitet und mich in den Vorbereitungsspielen so gut wie möglich gezeigt. Natürlich weiss man nie, ob man es wirklich geschafft hat, bis man das Aufgebot erhält», erklärt er.

Olympia-Premiere
Zum ersten Mal Teil des Swiss-Olympic-Teams ist Bobpilot Timo Rohner. Der 28-Jährige ist in Baar geboren, hier zur Schule gegangen und arbeitet in einem Baarer Innendekorationsgeschäft. Mittlerweile lebt er zwar in Cham, der Bezug zu Baar ist jedoch weiterhin gross. «Hier wohnt meine Grossmutter, und es ist nach wie vor Heimat für mich», sagt Rohner.

Nach der erfolgreichen, aber äusserst knappen Qualifikation für die Olympischen Winterspiele kommt er nun Schritt für Schritt in der Olympia-Welt an. «Als wir uns qualifiziert haben, war die Freude riesig. Aber richtig realisiert habe ich es erst, als wir im Trainingslager waren und die offiziellen Kleider von Swiss Olympic erhalten haben.»

Gemeinsam mit seinem Team ist Rohner bereits seit vergangener Woche in Italien. Spätestens beim ersten Bahntraining sei ihm die Bedeutung dieser Teilnahme bewusst geworden. Umgeben von Olympia-Ringen, Volunteers sowie Athletinnen und Athleten aus aller Welt habe er realisiert, was Olympia wirklich bedeute. Dennoch steht vor den Wettkämpfen nochmals ein kurzer Rückzug an. «Wir gehen für ein paar Tage nach Innsbruck, um ausserhalb des Olympia-Dorfes athletisch zu trainieren und uns zu erholen.»

Stolz trotz schwieriger Ausgangslage
Der Weg nach Cortina verlief für ihn nicht wie geplant. «Vergangene Saison waren wir im Zweierbob im Gesamtweltcup Sechste. Das heisst, wir haben uns völlig andere Ziele gesetzt, als uns ganz knapp zu qualifizieren», erklärt Rohner. Umso grösser ist die Erleichterung über das Erreichte. «Wir sind unglaublich stolz, dass wir es am Schluss mit viel Biss und vielen Fights dennoch geschafft haben.»

An die Erfolge seines Vaters, der 1998 im Viererbob Olympiasilber gewann, glaubt Rohner nicht anknüpfen zu können. «Wenn wir unsere Saison anschauen, ist eine Medaille an diesen Spielen nicht realistisch. Aber wir geben alles und werden auch in Zukunft alles daransetzen, etwas Grosses zu erreichen.»

Teamgeist als gemeinsamer Nenner
Anders präsentiert sich die Ausgangslage bei der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Das weiss auch Thürkauf. «Wir haben während der letzten Jahre als Mannschaft enorme Fortschritte gemacht und müssen uns vor niemandem verstecken», sagt er.

Beide Athleten schätzen es, an den Olympischen Winterspielen Teil eines Teams zu sein. «Wir sind eine Einheit und decken uns gegenseitig den Rücken. Wir vertrauen einander zu hundert Prozent und geben alles für den Spieler neben uns», erklärt Thürkauf. Rohner pflichtet ihm bei. «Wenn du den Erfolg allein feiern musst, ist es nie so schön wie wenn du ihn mit der Mannschaft zusammen feiern kannst.»

Medaillen?
Ob es Medaillen zu feiern gibt, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Die Gruppenspiele der Schweizer Eishockey-Nati sind am 12., 13. und 15. Februar. Rohner ist als Pilot am 16. und 17. Februar mit dem Zweierbob und am 21. und 22. Februar im Viererbob im Einsatz. Noé Roth zeigt seine Sprünge am 19. Februar.


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