«Quer dur d’Schwiiz» in der Tracht

  08.04.2026 Musik/Kultur

Kultur Auch mit 85 Jahren zeigt sich die Trachtengruppe Baar als aufgestellter, sing- und tanzfreudiger Verein. Dies stellten die Mitglieder am Samstag, 28. März an zwei Aufführungen erneut unter Beweis.

HANS-PETER SCHWEIZER

«Wir begehen unser Jubiläum mit einem vielseitigen und festlichen Programm, mit herrlichen Tanzdarbietungen, urchiger Musik, Gesang und gelebtem Brauchtum», freute sich die Trachtenvereinspräsidentin Andrea Andermatt mit ihrem ganzen Verein. Denn Ende März feierten die «Baarer Trachten» ihr 85-jähriges Bestehen mit einem farbenfrohen Heimatabend im Gemeindesaal. Aus diesem Anlass erlebten die Besucherinnen und Besucher eine Vereinsreise «Quer dur d’Schwiiz». Gezeigt wurde dabei die Vielfalt der Trachtenkleider, und auch die verschiedenen Dialekte kamen zum Tragen.

Eine musikalische Reise in die Kantone und Sprachregionen
Zum Reisestart erfreute der Trachtenchor die Besucher mit dem Lied «s’Zugerländli» von Emil Grolimund. Man sagt: Die italienische Sprache eigne sich sehr gut für gemeinsames Singen oder Mitsummen. «Komm auf das Böötchen» oder «Vieni sulla barchetta», mit diesem volkstümlichen Liebeslied entführte deshalb der Trachtenchor die Besucher in den Kanton Tessin. Dort warteten bereits die «Gmüetliche Lüüt» mit dem Walzer «Mia bella Firenza». Der zugehörige Volkstanz ist ein Werk der Bündner Tanzleiterin und Choreographin Jolanda Morf-Pelli (1926–2013). Die Rückreise führte über den Kanton Schwyz mit der «Goldauer Mazurka» von Hildy und Franz Kenel.

Für die rein musikalische Auflockerung zwischen und nach den Auftritten der Trachten sorgte das «Echo vom Paradiesli» aus Unteriberg mit seinen Ländlern, Schottischen- und Polka-Melodien.

In festlicher «Trachtenmode für die Kleinen» präsentierte die Kindertanzgruppe konzentriert und mit strahlenden Augen ihre Freude am Tanzen. Mit «Zogä am Bogä», «Ballade des Pingouins» und «Mir Ämmitaler» tanzte sich der Nachwuchs durch die Kantone Uri, Waadt und Bern. Wenn auch nicht jeder Schritt im Takt gelang, strahlten die Jüngsten doch so viel Freude aus, dass der «Charme der Unvollkommenheit» sogleich die Herzen des Publikums erreichte. Dieser Nachwuchs wird garantiert dafür sorgen, dass der Brauch des Trachtentanzes in Baar nicht vergessen geht.

Mit dem Walzer «Am schönä Sarnersee» und der «Melody Polka» führte die Trachtentanzgruppe von Obwalden nach Graubünden. Da wartete mit «La Talianina» oder «Die kleine Italienische» ein weiterer Leckerbissen der Bündner Choreographin Jolanda Morf-Pelli. Das Stück ist einerseits ein Volkstanz und andererseits auch ein bekannter Schweizer Schottisch, der häufig in der Volksmusikszene gespielt wird. Stets begleitet von der hauseigenen Trachtenmusik unter der Leitung von Seppi Hess.

Eine «Welturaufführung»
Für die Tanzgruppe «Gmüetlichi Lüüt» unter der Leitung der diesjährigen Fasnachtshoheiten Andrea und Silvan I. Hotz wartete ein besonderes Geschenk: Die Uraufführung der neuen «Räbevater-Polka». Die Choreographie stammte einmal mehr aus der «Tanzschmiede» von Dominic Hotz, Sohn von Räbemueter Andrea und Räbevater Silvan. Unter grossem Beifall tanzten 13 Paare zuerst für Andrea und Silvan, um anschliessend mit den Geehrten eine Wiederholung des rassigen Tanzes darzubieten.

Dominics Grosseltern Hedi und Paul Rust freuten sich mit Grossvater Martin Hotz über den wiederum gelungenen Tanz. Grossvater Paul Rust meinte mit Stolz geschwellter Brust: «Dieser Tanz war einmal mehr ein tadelloses Werk unseres Enkels.» Der begnadete Jung-Choreograph Dominic Hotz ist Mitglied in der Tanzgruppe seit seinen Kindheitstagen. Im Jahr 2024 widmete Dominic seinen ersten selbst choreographierten Tanz seinem Grossvater Martin mit «Grosdädi’s Jeep-Fahrt» zum damaligen 80. Geburtstag. Das Baarer Publikum bedachte damals die dargestellte «Jeep-Fahrt» durch die Tanzgruppe mit tosendem Applaus.

Zum Abschluss ermunterte die Präsidentin Andrea Andermatt die Anwesenden, noch etwas zu bleiben. Bis 2 Uhr sei Tanz, und so könnte man doch zusammen auf die dann beginnende Sommerzeit anstossen. Für die weitere musikalische Unterhaltung sorgten anschliessend das Trio «Echo vom Paradiesli», das nun alle aufforderte, das Tanzbein bis zur «Sommerzeit» zu schwingen, was denn auch rege getan wurde.

Tanzen und singen verbinden Körper und Geist
Ein grosses Anliegen der Trachtengruppe Baar ist die Pflege des Generationen übergreifenden Tanzens. Es sei wichtig und fördert den Zusammenhalt und die Harmonie in den einzelnen Gruppen. Deshalb würde sich die Trachtengruppe Baar freuen, neue tanz- und singfreudige Mitglieder kennenzulernen. Ebenso sind Kinder und Jugendliche herzlich eingeladen, am nächsten Jahreskonzert 2027 bei der Sing- und Tanzgruppe mit dabei zu sein. Wer Freude am Singen und Tanzen hat, darf sich bei einem Vereinsmitglied oder der Präsidentin Andrea Andermatt melden.

Infos unter: www.trachtenbaar.ch


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