Wahlerfolg für den bisherigen Gemeinderat
07.10.2026 PolitikDie Wählenden setzen auf Kontinuität: Alle sieben Bisherigen wurden am Sonntag deutlich wiedergewählt. Auch kantonal sorgte ein Baarer für Aufmerksamkeit: Andreas Lustenberger (ALG) erzielte ein starkes Resultat in der Regierungsratswahl, wenn auch ohne Sitzgewinn.
INGRID HIERONYMI
Die Stimmung auf dem Platz vor der Rathus-Schüür war ausgelassen, als Gemeindepräsident Walter Lipp als erster beim Apéro zur Ergebnisverkündung eintraf. Der Applaus war lang, die Beifallsrufe herzlich – ein Empfang, der erahnen liess, wie tief der Präsident in der Gemeinde verankert ist. Mit 4’508 Stimmen erzielte er, wie bereits vor vier Jahren, mit Abstand das beste Resultat aller Kandidierenden und wurde damit nicht nur als Gemeinderat, sondern – ohne Gegenkandidatur – auch als Gemeindepräsident mit einem Glanzresultat bestätigt.
Nach und nach trafen auch die übrigen Mitglieder des Gemeinderats ein, einige begleitet von Familienmitgliedern und Freunden. Die Gemeindeschreiberin Andrea Bertolosi sowie Gemeindeweibelin Edna Wyss in prächtiger Uniform mischten sich unter die Gäste und standen später ebenfalls für den offiziellen Fototermin bereit.
Ein Wahlsonntag ohne Überraschungen
Die Ausgangslage war klar: Alle sieben bisherigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte traten erneut an, und alle wurden wiedergewählt. Neun Kandidierende bewarben sich um sieben Sitze, die Konkurrenz beschränkte sich auf zwei Neue: Martin Zimmermann (GLP) und Malena Raud (Alternative – die Grünen, ALG) scheiterten am Absoluten Mehr von 2’284 Stimmen. Zimmermann, der bereits zum zweiten Mal versucht hat, einen Sitz im Baarer Gemeinderat zu ergattern, fehlten dazu gerade einmal 60 Stimmen. Er ist ein wenig enttäuscht, es nicht geschafft zu haben. «Was ich als positiv werte, ist, dass ich das Absolute Mehr nur knapp verfehlt habe», kommentierte er dennoch versöhnlich das Ergebnis. Er schliesst nicht aus, noch ein drittes Mal anzutreten, falls sich eine Vakanz im Rat ergeben sollte. Raud trägt die Niederlage ebenfalls mit Fassung: «Ich bin erst seit einem Jahr in der politischen Öffentlichkeit präsent und daher noch nicht so etabliert. Ich bleibe dran.» Der Wahlkampf habe ihr viele neue Einblicke ermöglicht, die sie künftig nutzen werde.
Für Lipp ist die Wiederwahl der bisherigen Ratsmitglieder ein Vertrauensbeweis: «Ich bin der Bevölkerung sehr dankbar, dass ich mit meinem bewährten Team weiterhin zusammenarbeiten darf.» Der Gemeindepräsident blickt bereits nach vorn: «Es ist schön, dass wir dort anfangen können, wo wir aufgehört haben.»
Ein Team, das sich bestätigt sieht
Nicht nur die Stimmen, die für den Präsidenten abgegeben wurden, zeugen von der Zufriedenheit der Baarerinnen und Baarer mit ihrer Regierung. Auffällig ist auch die Nähe der Stimmenzahlen unter den sechs anderen Gewählten. Zwischen der zweitplatzierten Sonja Zeberg-Langenegger und dem siebtplatzierten Mark Gustafson liegen gerade einmal 460 Stimmen. Barbara Schmid-Häseli brachte es auf den Punkt: «Wir sind alle nur ein paar Hundert Stimmen auseinander, was zeigt, dass wir in der Bevölkerung nicht nur als Einzelpersonen, sondern als Team positiv wahrgenommen werden.» Der Frage, ob so viel Zuspruch nicht zu Selbstzufriedenheit führen könnte, die der Gemeindeentwicklung schaden würde, widerspricht Gemeindepräsident Lipp entschieden: «Stillstand ist Rückschritt.» Er kündigt an, dass der Gemeinderat im kommenden Jahr die Legislaturziele teilweise neu definieren und verfeinern wird. Im Zentrum stünden grosse Projekte wie Bahnmatt und Lättich, die Baar in den kommenden Jahren prägen werden. Auch die Schulbauten sollen weiterentwickelt werden; ein Thema, das in der wachsenden Gemeinde zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Lustenberger überzeugt, und scheidet dennoch aus
Kantonal sorgte ein weiterer Baarer für Aufmerksamkeit: Kantonsrat Andreas Lustenberger von der Alternative – die Grünen (ALG) erzielte ein starkes Resultat in der Regierungsratswahl. Mit 15’367 Stimmen übertraf er das Absolute Mehr von 12’891 deutlich. Seine beiden Mitbewerberinnen Joëlle Gautier (GLP) und Jessica Gauch (SP), die das Absolute Mehr beide verpassten, liess er um mehr als 4’400 Stimmen hinter sich. Dennoch schied er als überzählig aus: Es waren sieben Sitze zu besetzen, und alle sieben bisherigen Regierungsräte wurden wiedergewählt. Der Siebtplatzierte, Andreas Hostettler (FDP), erzielte 18’426 Stimmen, gut 3’000 mehr als Lustenberger. Lustenberger, der sich bereits bei der Ersatzwahl 2025 um einen Regierungssitz beworben hatte, zeigte sich zufrieden: «Ich danke allen Zugerinnen und Zugern für die vielen Stimmen und gratuliere allen wiedergewählten Regierungsratsmitgliedern.»
Baar bleibt sich treu, und ein Baarer macht Eindruck
Zweimal setzten die Wählenden am Sonntag auf Bewährtes: In Baar wie im Kanton wurden alle Bisherigen im Amt bestätigt. Dass Andreas Lustenberger mit über 15’000 Stimmen das Absolute Mehr klar übertraf, ist dennoch ein Resultat, das sich sehen lassen kann – auch wenn es für einen Sitz nicht gereicht hat.
So endet dieser Wahlsonntag ohne grosse Überraschungen, aber mit einem klaren Zeichen des Vertrauens: Baar hält seinem Gemeinderat die Treue, und ein Baarer hat gezeigt, dass er auch im ganzen Kanton Rückhalt findet.




