Wahlfreiheit statt Ernährungsvorgaben
23.09.2026 LeserbriefeAm 27. September stimmen wir über die Initiative für eine sichere Ernährung ab. Sie will die Selbstversorgung der Schweiz erhöhen, sauberes Trinkwasser sichern sowie Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität stärken. Diese Ziele sind natürlich wichtig. Der Weg, den die Initiative dafür vorgibt, ist aus meiner Sicht jedoch der falsche.
Gemäss Initiativtext soll der Bund einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstreben und die Land- und Ernährungswirtschaft vermehrt auf die Produktion und den Konsum pflanzlicher Lebensmittel ausrichten. Und dies alles innerhalb von nur zehn Jahren. Das dürfte, falls überhaupt, nur mit erheblichen zusätzlichen staatlichen Eingriffen erreichbar sein.
Die Schweizer Landwirtschaft steht aber bereits heute vor grossen Herausforderungen. Zusätzliche Vorschriften und neue Auflagen würden die Betriebe weiter belasten. Zudem: Wie wir uns ernähren, ist eine persönliche Entscheidung und eine Frage der Eigenverantwortung. Wer weniger Fleisch essen oder sich vegetarisch oder vegan ernähren möchte, soll das selbstverständlich tun dürfen. Genauso selbstverständlich ist für mich aber auch die Freiheit, Fleisch, Milchprodukte oder Eier zu konsumieren. Darum stimme ich am 27. September Nein zur Initiative für eine sichere Ernährung.
Markus Widmer, Baar
