Zum Mythos vom Fachkräftemangel (Ausgabe 10)
03.06.2026 LeserbriefeMit Erstaunen musste ich lesen, dass der Fachkräftemangel ein Mythos sein soll.
Dem ist aber nicht so, denn alleine die Chemie hat einen Anteil von 60 Prozent an Fachkräften. Und zwischen 40 und 60 Prozent sind andere Wirtschaftszweige, die diese Leute brauchen.
Sie sprechen die Software‑Ent‑ wickler an, Da hat man aber seit 30 Jahren einen Mangel an Fachkräften, man schaue sich nur die Banken an. Da kann man sich schon fragen: Was hat da die Politik versäumt oder ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Dass Sie jetzt in der Pflege wegen Covid das ausländische und Schweizer Pflegepersonal mit Anteil an auslän‑ dischen Patienten im Schreiben er‑ wähnen, gehört sich schlicht und einfach nicht. Sie schreiben von 13’000 Arbeitslosen in der Pflege und schreiben, das Problem liege nicht an einem Mangel an Menschen, sondern an den Arbeitsbedingungen und Stukturen. Da wundere ich mich, dass das bürgerliche Parlament (auch Ihre Partei) im Frühling dafür gesorgt hat, dass die Initative, die an‑ genommen wurde, nicht umgesetzt wurde für das Pflegepersonal. Ich habe selber in diesem Beruf gearbei‑ tet, und jeder, der diesen Beruf ge‑ macht hat, ist einfach nur froh, wenn er den Job verlassen kann. Machen Sie mal eine Woche Pflege bei einer 50‑Stunden‑Woche, dann sehen Sie, was das heisst. Und wenn wir schon beim Fachkräftemangel sind: Es gibt Leute, die kein Diplom haben, aber für mich wertvoller sind als die mit Diplom. Das sind die über 50’000 (35’000) aus der EU, die für die Land‑ wirtschaft arbeiten. Ich kenne Bau‑ ern, die müssten eigentlich seit 2014 auf den heimischen Arbeitsmarkt zu‑ greifen, wenn sie eine offene Stelle haben. Nur das haben sie aufgege‑ ben, denn sie finden jetzt nicht das Personal für diese Erntearbeit. Und ich will, dass der Bauer sein Personal hat und weiter für uns da ist. Denn die Firmen können ins Ausland, der Bauer nicht, sollte es angenommen werden. Und auch die über 140’000 Auslandschweizer sind für ein klares Nein.
Und diese Initative als Nachhaltig‑ keit zu verkaufen, ist schlicht ein schlechter Witz.
Das Orginal war besser. Diese Ko‑ pie ist eine billige Version davon, zwar billig, aber nichts wert. Ich lege sicher ein Nein ein.
Markus Egloff, Baar
